BEHANDLUNG
- Ernährung
Durchfall |
Ernährungsempfehlung bei Durchfall
Ursachen:
grundsätzlich kommen bei Durchfall mehrere Ursachen in Frage. Wesentlich
ist es daher, beim Hausarzt, Internisten oder Gastroenterolegen die Ursache
abzuklären, um eine entsprechende Therapie anzuschließen.
Die häufigsten Ursachen sind:
- Darminfektion, -entzündung
- LM-Unverträglichkeit:
z.B. Milchprodukte- oder Milchzuckerunverträglichkeit, Zöliakie
(Weizen u.a. Produkte)
- Psychische Probleme
- Medikamentenmissbrauch
- Darmverengung
- Bauchspeicheldrüsenentzündung
- chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Colitis ulcerosa, Morbus Crohn,
Cholera, Salmonellen
Folgen:
Bei Durchfällen kommt es zu größeren Verlusten von
Flüssigkeit und Mineralstoffen (Salzen), die der Körper zur Aufrechterhaltung
seiner normalen Funktionen braucht.
WICHTIG FÜR SIE IST:
- Auf eine ausreichende Köperhygiene zu achten, und sich vor dem Essen
gründlich die Hände zu waschen.
- Der Ausgleich von Flüssigkeits- und Mineralstoffverlusten durch Trinken
von mindestens 2-3L pro Tag: geeignet sind Schwarz- oder Kamillentee mit einer
Prise Salz und Zucker, sowie 100%ige Fruchtsäfte, verdünnt mit kohlensäurefreiem
Mineralwasser.
- Gerbstoffe haben eine stopfende Wirkung und kommen in Schwarztee und Matetee
vor (Tee 20min ziehen lassen und ungesüßt trinken).
- Ungeeignet sind sehr süße oder sehr kalte Getränke.
WAS SIE ESSEN SOLLTEN:
- Prinzipiell günstig sind viele kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten.
- Schleimsuppen: Hafer-, Reis-, Gerstenschleim, bzw. Karotten/Rübensuppe
und oder spezielles Obst: günstig sind rohe geriebene Äpfel (+etwas Zitronensaft), zerdrückte Bananen sowie Heidelbeeren (v.a. getrocknet und als Tee).
Das Obst soll vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden, Portionsgröße:
ca 200g.
Diese sind u.a. reich an Pektinen (= Ballaststoffart), wodurch die Durchfallserreger
gebunden und rascher ausgeschieden werden
- Essen Sie – wenn möglich - bevorzugt Lebensmittel, die viel Stärke
(= Kohlenhydrate) enthalten.
Durch den bakteriellen Abbau der Stärke in Ihrem Darm kann der Organismus
mehr Natrium und Wasser resorbieren! Konkret haben sich besonders bewährt:
- Brot: Toast, Zwieback, Knäckebrot, Salzstangen, Soletti
- Nährmittelbreie (Grieß-, Kartoffelbrei)
- Kartoffeln, Kartoffelbrei ohne zusätzliche Fettzugabe
- magere Fleischbrühe mit Nudeln, Reis oder Grieß
- Weiters günstig sind: Naturreis, Hirse, Zartweizen, etc.
- Bei Besserung der Beschwerden ergänzen Sie ihren Speiseplan mit magerem,
gekochtem oder gedünsteten Fisch oder Fleisch.
WAS SIE EHER MEIDEN SOLLTEN, ODER WO SIE BEWUSSTER
AUSWÄHLEN SOLLTEN:
- Gemüse: Meiden Sie blähende Speisen und rohes Gemüse! Bekömmlich
sind Karotten, Spinat, Spargel.
- Bei bekannter Milchzuckerunverträglichkeit sollten Milchprodukte gemieden
werden, ansonsten helfen probiotische Joghurts (die tägliche Zufuhr vorausgesetzt) als Vorbeugung und v.a. auch in der Regenerationsphase, die gesunden
Darmbakterien (= Darmflora) wieder zu stärken.
Zu den probiotischen Joghurt zählen: Lactobazillen (LGG; LCC, LC1, Actimel
u.a.) und Bifodobakterien. Die Beschreibung „probiotisch“ muss
auf der Lebensmittelverpackung angeführt sein.
- Meiden Sie rohe Lebensmittel wie Rohmilch, Rohmilchkäse, Beef Tartare,
Sushi, Mayonnaisen, Tiramisu u.a.
Mag. Martina Honsig, Ernährungswissenschafterin
Stand März 2005
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